Mikromanagement ist Zeitverschwendung

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Oct 20, 2021

Warum Du Deine Zeit mit Mikromanagement verschwendest.

Ich weiß aus meiner täglichen Arbeit mit Unternehmern aus verschiedensten Branchen, die teilweise schon über Jahrzehnte ein Unternehmen mit bis über 100 Mitarbeitern haben, dass Mikromanagement eins der führenden 3 Probleme ist, die Unternehmer generell haben – Du wahrscheinlich auch.

 

Mikromanagement ist dieser Zustand, wenn Du einfach überall Deine Finger drin hast.

Du guckst, was Deine Mitarbeiter machen. Liefern sie richtig ab? Gibt es da Probleme oder irgendwo mögliche Fehlerquellen? Du redest mit den Leuten und sagst ihnen, was sie tun sollen, korrigierst sie, sagst “Nein, mach’ es nicht so, mach es so.” oder “Zeig mir das mal.” oder “Nein, mach es anders…”. Du kontrollierst jedes Angebot, Du kümmerst Dich selber um Kundenanfragen, Du kümmerst Dich möglicherweise selber um Serviceanfragen oder um Kundenbeschwerden (die manchmal Chefsache sind, aber oft eben nicht). All diese Dinge und wahrscheinlich noch mehr. Du kriegst andauernd E-Mails, andauernd irgendwelche Textnachrichten, alle 5 Minuten kommt einer zu Dir mit irgendeinem Problem, Mitarbeiter wollen was geklärt haben, wollen was wissen…

 

Du bist jeden Tag so genervt von diesem Chaos, weil Du eigentlich ganz andere Dinge tun möchtest.

Man hat Dir bestimmt auch schon mal gesagt: Du sollst an Deinem Unternehmen arbeiten und nicht in Deinem Unternehmen, nicht wahr? Du sollst doch keine Fachkraft-Aufgaben ausüben, nicht wahr? Und wie funktioniert es bisher für Dich, gar nicht? Kein Wunder, weil bei Dir keiner gesagt hat, wo eigentlich das Problem ist und welche Lösungsansätze Du verfolgen musst, damit Du da wieder raus kommst.

 

Mikromanagement ist eine Gewohnheit und wir haben als Menschen das Problem, dass wir Gewohnheiten schlecht ablegen.

Schokolade essen, Zigaretten rauchen, Alkohol trinken, auf dem Sofa sitzen, Netflix gucken, anstatt was anderes zu machen – alles Gewohnheiten! Du nimmst Dir immer wieder vor, das anders zu machen. Wie lange funktioniert es: 2 Wochen, 3 Wochen oder 4 Wochen? Manchmal vielleicht sogar 6 und dann nicht mehr. Bei Mikromanagement ist es noch bisschen anders, noch ein bisschen schwieriger, weil es tief verwurzelt ist, weil es verschiedene Ursachen hat. Auf der einen Seite fühlst Du Dich natürlich sicher, wenn Du alles kontrollierst. Das ist ein trügerisches Gefühl von Sicherheit, denn Du kannst gar nicht alles kontrollieren. Du kannst auch gar nicht überall der Beste sein und wenn Du überall der Beste bist, dann hast Du garantiert, die falschen Leute eingestellt.

Vielleicht denkst Du jetzt: “Ja, aber da passieren halt einfach zu viele Fehler und wenn ich die nicht pushe, dann gehen die nicht vorwärts und die zeigen so wenig Eigeninitiative und die übernehmen keine Verantwortung.” Ja, mein Freund, das ist genau das Ergebnis Deines Mikromanagements.

 

Mitarbeiter-Perspektive 1: Richtig gibt’s hier nicht

Was passiert, wenn ein Mensch andauernd gesagt bekommt “Nein, mach’s nicht so”oder “So will ich das haben” oder “Ja, jetzt ist es okay”. Naja, ganz klar, er legt die Verantwortung ab, denn er hat das Gefühl, dass er es offensichtlich sowieso nicht richtig machen kann. Das wirkt sich auf die Mitarbeitermotivation und Zufriedenheit von Menschen in ihrer Arbeit aus. Wenn Du jeden Tag gespiegelt kriegst: “Naja, nichts was, ist irgendwie gut genug.” Warum soll er sich dann großartig anstrengen? – es ist sehr sehr wichtig, diesen Punkt zu verstehen.

 

Mitarbeiter-Perspektive 2: Die Verantwortung hat doch der Chef

Und Deine Mitarbeiter müssen keine Verantwortung übernehmen! Das ist doch fantastisch für sie, denn der Chef wird es sowieso anders haben wollen, also lasse ich den drüber gucken oder ich gehe davon aus, dass Du sowieso drüber guckst. Also gebe ich mir schon mal gar nicht so viel Mühe. Das ist normal, das ist menschlich und das ist das, was der Leader in seinem Team erzeugt. Also das Ergebnis ist Deine Verantwortung, Du hast Dein Team so gemacht. Du musst deinem Team lediglich die Aufgabe geben.  “Hier ist die Aufgabe, das ist das Ergebnis, was ich haben will – go!”  Das ist am Anfang hart, weil die Mitarbeiter sich erstmal wundern werden, dass sie das jetzt selber machen und werden versuchen ,immer noch Rücksprache mit Dir zu halten.

 

Und dann ist Deine Tür einfach zu

Das nächst wichtige: Du musst wahrscheinlich ein bisschen Baldrian nehmen, damit Du Deinen Mitarbeitern zugestehst, dass sie Fehler machen, denn die müssen lernen, wie es funktioniert und weil Du ständig Angst vor Fehlern hast, gestattest Du denen nicht zu wachsen. Dabei  ist es doch immer das gleiche, egal, ob Du tanzen lernst oder Geräteturnen oder Fußball spielen oder singen oder ein Instrument spielen. Du musst lernen, wie es funktioniert und wir lernen, indem man Fehler macht, indem es erstmal nicht funktioniert. Natürlich haben Unternehmer immer diesen Perfektionismus-Wahn.

“Was könnten die anderen von mir denken, was können meine Kunden von mir denken, was könnten die Mitarbeiter von mir denken?”

… wenn ich es zulasse, dass Fehler passieren. Aber genau das wollen wir doch nicht, wir wollen die Fehlerquote reduzieren. Ja, aber die steigt immer weiter, weil es nur eine Kontrollinstanz gibt und die ist chronisch überlastet. Das bist nämlich Du!  Also, musst Du Deine Mitarbeiter in die Rolle hineinwachsen lassen und glaub mir, ich habe jetzt jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Unternehmern. Das funktioniert ausgezeichnet sobald die merken, dass sie gefragt sind. Ich kann, ich darf, ich soll! Die wachsen, die allermeisten Menschen blühen auf, die wollen das, die suchen sich sogar noch mehr Verantwortung.

 

Wenn keiner mehr an Deine Tür klopft

Auf einmal klopft keiner mehr an Deine Tür und Du denkst Dir “Was ist los, mögen die mich nicht mehr?” Nein, die lösen ihre Probleme selber und ich komme jetzt nicht mehr, weil sie wieder ein Problem haben und von Dir wissen möchten, was sie tun sollen, sondern die kommen zufällig auf dem Gang vorbei und sagen Sachen wie “Chef, wir hatten übrigens vorhin Problem, aber kein Ding, wir haben es schon gelöst.”

 

Vertrauen und loslassen – Du bist nicht ihre Mutti!

Vertrau’ Deinem Team. Vom Sitzen am Beckenrand lernt keiner schwimmen. Wenn Du Deine Kinder schützen willst und sie deswegen nicht ins Wasser lässt, dann passiert was, wenn sie irgendwann mal reinfallen, die werden ertrinken, weil Du ihnen nicht erlaubt hast, diese Erfahrung zu machen, Schwimmen zu lernen, auch mal hektisch rum zu planschen, bisschen Angst zu haben, Wasser zu schlucken und dann Schwimmen zu lernen. Das ist genau das große Problem und es hat natürlich viel mit Ego zu tun. Das eine ist Vertrauen ja und die Bereitschaft Fehler zuzulassen und das andere ist Ego. Ganz ehrlich, fühlt es sich nicht gut an, der einzige zu sein, der genau weiß, wie es funktioniert? Ist doch super oder, Batman Batman rettet den Tag, nur das ist ja totaler Quatsch und es ist ja nichts, was wir brauchen oder, also eigentlich nicht. Denn wir haben andere Aufgaben als Unternehmer, wir müssen Strategien entwickeln, wir müssen eine Vision haben, wir müssen für die Weiterentwicklung des Unternehmens sorgen, wir müssen möglicherweise neue Projekte einführen, vielleicht Services Produkte erneuern, verändern, mit dem Markt gehen, wir haben Marketing als eine der Hauptunternehmer-Aufgaben und wir haben vor allem das Thema Leadership, das heißt wirklich die Mitarbeiter zu führen und nicht die ganze Zeit zu betüdeln. Du bist nicht ihre Mutti, Du musst nicht ständig gucken, dass alles passt. Also, nimm mal Dein Ego zurück und gestatte Dir auch dieses Erlebnis im Sinne von “Ich bin nicht mehr der wichtigste hier”. Das bist Du trotzdem, aber es fühlt sich nicht so an, weil auf einmal keiner mehr an Deiner Tür klopft und weil nicht alle 5 Minuten an was ist. Und jetzt hast Du Zeit.

Ich weiß aus meiner täglichen Arbeit mit Unternehmern, dass die allermeisten jetzt in so ein Loch fallen und sich denken: Was soll ich noch hier, die brauchen mich nicht mehr! Bin ich überhaupt noch nützlich, kann ich das überhaupt noch, darf ich überhaupt noch ein Unternehmen haben, ich mache ja gar nichts mehr?

 

So funktioniert es, dass Du am Unternehmen arbeitest und nicht mehr im Unternehmen.

Es gibt genügend zu tun, was Du bisher vermieden hast: eine solide Marketing-Strategie auszuarbeiten und auch zu verfolgen, Prozesse zu etablieren, zu installieren und kontinuierlich zu überarbeiten, Deine Leadership Skills zu erweitern, zu lernen, wie Kommunikation funktioniert, wie es funktioniert, Menschen mitzunehmen auf eine Reise zu einer gemeinsamen Vision, Kommunikation, Verbindung, Connection zu schaffen – das sind Leadership Skills! Dann auch ein Talent-Mindset zu entwickeln, um die richtigen Leute anzuziehen. Es gibt also genug zu tun und dafür brauchst Du kein Mikromanagement, also entspann Dich und wenn Du merkst, der Druck weicht, dann kannst Du Dich langsam an Deine echten unternehmerischen Aufgaben machen.

Wenn Du mehr darüber wissen willst, wie Du Mikromanagement vermeidest, dann kannst Du das in meinem Buch Verabredung mit dem Erfolg nachlesen, das ist ein Leitfaden für Unternehmer. Er ist praxisbezogen geschrieben, also kein Lesebuch, sondern ein Arbeitsbuch. Das heißt, Du hast ein Problem, guck da rein, Du findest ein Kapitel dazu und dann arbeite es durch. Mikromanagement komplett unnötig und es ist immer also an die Arbeit.

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